"Ich sehe was, was Du nicht siehst"

Sonderprogramm Hochgeschwindigkeitsfilme

 

Sa 7.6. | 11 Uhr | 3001

 

Das Zerplatzen eines Luftballons, das Zerspringen eines Glases, die akrobatischen Flugmanöver eines Vogels – allesblitzartige Vorgänge. Aber was genau ist da passiert? Diese Momente laufen so schnell ab, dass wir sie mit bloßem Auge nicht detailliert wahrnehmen können.

In einer Sekunde sehen wir Menschen circa 60 Bilder, während eine Fliege in derselben Zeit 250 Bilder sieht. Wenn man zum Beispiel einen Luftballon mit einer Nadel zum Platzen bringt, sieht man nur einen kurzen, schnellen Moment; nämlich wie die Nadel den Luftballon anpiekst und im nächsten Moment ist er bereits kaputt. Eine Fliege nimmt diesen Vorgang viel langsamer wahr. Aber wie kann das sein?

Wir können unser Auge mit einem Fotoapparat vergleichen, der in einer Sekunde 60 bis 65 Fotos aufnimmt. Das Facettenauge einer Fliege kann 190 „Fotos“ pro Sekunde mehr schießen als wir, also insgesamt 250 Bilder in der Sekunde. Da sie also mehr Bilder aufgenommen hat, sieht sie auch präziser und detaillierter wie der Luftballon zerplatzt. Bild für Bild sieht sie wie die Nadel sich dem Luftballon nähert, diesen langsam durchsticht und wie er schließlich langsam platzt. Aber wir Menschen haben eine Möglichkeit gefunden, schnelle Bewegungen genauso klar zu sehen wie die Fliege ... und sogar noch klarer! In Zeitlupe, mit Hilfe von so genannten Hochgeschwindigkeitskameras.

Normale Filmkameras zeichnen in der Regel 24 Bilder pro Sekunde auf. 24 bps reichen uns Menschen aus, um eine Bewegung ohne Unterbrechungen und Ruckeln wahrzunehmen. Bei weniger als 24 bps ruckelt das Bild und Bewegungen wirken unnatürlich; dieses Phänomen kennt man aus alten Schwarzweißfilmen. Hochgeschwindigkeitskameras können im Vergleich zu normalen Filmkameras bis zu 140.000 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Mit hoch spezialisierten CCD-Kameras kann man sogar Frequenzenvon bis zu 200 Millionen Bildern pro Sekunde erreichen. Damit kann man sogar die Bewegung von Atomen sichtbar machen. Damit wir aber die rasend schnell aufgenommenen Bilder sehen können, müssen wir sie langsam abspielen, in so genannter Zeitlupe. Hochgeschwindigkeitskameras dienen dazu, Vorgänge aufzunehmen, die entweder extrem kurzzeitig sind oder extrem schnell ablaufen oder auch beide Bedingungen erfüllen.

Sie sind überall dort im Einsatz, wo Bewegungen oder Materialverhalten analysiert werden müssen, die für das menschliche Auge oder herkömmliche Kameras nicht zu erfassen sind. Hochgeschwindigkeitskameras machen uns also schnelle Bewegungsabläufe sichtbar, aber wie können wir umgekehrt extrem langsam ablaufende Ereignisse, wie zumBeispiel das Wachsen einer Blume sichtbar machen? Um eine Pflanze vom Samen bis zur Blüte wachsen zu sehen, müssten wir schon eine ganz schön lange Zeit davor sitzen. Aber auch in diesem Fall können wir Kameras einsetzten, die in gleichmäßigen Zeitabständen Aufnahmen der wachsenden Pflanze machen. So ist es möglich Ereignisse,die sich über Tage, Monate und sogar Jahre ziehen, in wenigen Minuten durch den sogenannten Zeitraffer sichtbar zu machen.

In unserem Sonderprogramm Ich sehe was, was Du nicht siehst! zeigen wir Euch kurze und schnelle Filmclips; spulen auch mal vor und zurück, um Euch diese unsichtbaren Momente genauer zu zeigen.

 
Mo & Friese KinderKurzfilmFestival Hamburg

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Seite zuletzt geändert > 23.05.2008